IMPULSE 09.10.11

Die Freiheit des bewussten Handelns
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Am 27.09.11 hat Karl Widerquist, Gründer des BIEN-Netzwerks, einen Vortrag über das „Bedingungslose Grundeinkommen und sein Weg in die Welt“ gehalten. Dort wurden viele interessante Fragen angesprochen, worüber hier mit Sicherheit in den nächsten Wochen auch noch mehr zu lesen sein wird.
Ich möchte einen ganz bestimmten Aspekt aufgreifen, der während des Vortrags ebenfalls angeschnitten wurde, nämlich warum sich die Menschen eigentlich ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) wünschen, oder auch nicht.
Wenn man sich die Grundeinkommensszene anschaut, dann wird einem schnell klar, dass hier viele unterschiedliche Interessen beheimatet sind. Es geht sogar soweit, dass sich alle politischen Lager mit dem Thema befassen. Es ist eben ein Thema, was die Mitte der Gesellschaft trifft, weil es uns daran erinnert sich die Frage zu stellen: Wie wollen wir unsere Gesellschaft in Zukunft gestalten? Und aus diesem Motiv heraus, sehen viele Menschen auch unterschiedliche Vorteile in einem BGE.
Ich möchte euch den Hauptgrund nennen, weshalb ich mir ein BGE für die Gesellschaft wünsche und dieser lautet in einem Wort: Freiheit.
Was meine ich damit? Etwa die Freiheit von Arbeit? Freiheit zu tun und lassen was man will? Freiheit zu konsumieren?
Nein, das sind alles Aspekte, die für mich in dieser Form nicht im Vordergrund stehen. Ich möchte euch erklären, welche Art von Freiheit ich meine:
Jeder von uns stand im Verlauf seines Lebens wohl schon vor so manch einer schweren Entscheidung, möge sie beruflicher oder privater Natur sein. Es geht bereits im Schulalter los und verfolgt uns unser gesamtes Leben, wir müssen Entscheidungen treffen. Mittlere Reife oder Abitur? Banklehre oder Kunststudium? Familie oder Karriere? Hausbau oder Wohnen zur Miete? Nur ein Kind oder doch mehr? Jobwechsel ja oder nein?...
Ein BGE gibt Menschen den Freiraum nachzudenken. Es schenkt uns die Freiheit bewusst handeln zu können. Man kann Entscheidungen treffen, ohne sich dem Sicherheitsbedürfnis unterwerfen zu müssen. Wer hat sich noch nie für die Sicherheit entschieden, anstatt für das, was man wirklich wollte?
Karl Widerquist hat zum Thema Freiheit etwas sehr interessantes gesagt: Jeder Mensch, der einer Erwerbsarbeit nachgehen MUSS, um sein Überleben sichern zu können, ist nichts anderes als ein moderner Sklave. Da wir uns heute aber unseren „Herren“ unter vielen hunderten aussuchen können, ist es eine etwas bequemere Form der Sklaverei als früher, aber dennoch von Grund auf nichts Anderes.
Sind wir heute in der Mehrzahl wirklich nichts anderes als moderne Sklaven?
Ich denke, wer die Freiheit zum bewussten Handeln hat, ist niemals ein Sklave. Deshalb bin ich für ein BGE in unserer Gesellschaft, denn es gibt uns diese Freiheit zurück.
Wie ist es bei euch, warum wünscht ihr euch ein BGE?
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